Jahresabschluss-Recap-Medley

recap_2015Ich rede gar nicht erst lange um den heißen Brei herum: in letzter Zeit war hier nicht allzu viel los … mal wieder. Schande über mein Haupt … mal wieder.

In der Zwischenzeit haben sich so viele Themen auf meinem Themenzettel angehäuft, würde ich diese alle im Detail abarbeiten, würde man vermutlich irgendwann im August 2017 hier meine Gedanken zu “Fallout 4” lesen können. Das wäre ja Quatsch. Daher folgt nun ein kurzer Abriss der wichtigsten Videospielthemen der letzten Wochen und Monaten (“wichtig” bedeutet in diesem Fall, dass diese Themen mich persönlich beschäftigt haben), welcher im gleichen Maß als Jahresabschluss herhalten kann (und muss). Im neuen Jahr geht es dann (Daumen drücken) wieder mit “normalen” Texten weiter.

METAL GEAR SOLID 5

Momentan wartet noch ein Artikel über die “Metal Gear”-Reihe auf seine Vollendung, daher fasse ich mich hier ultrakurz: “Metal Gear Solid 5” ist verdammt umfangreich, hat zugleich überraschend kurze Zwischensequenzen und ist das erste Schleichspiel, bei dem mir Schleichlegastheniker das Schleichen wirklich Spaß macht. Dass ich das noch erleben darf …

MAD MAX

Ursprünglich wollte ich “Mad Max” in einigen Monaten billig aus der Grabbelkiste angeln. Doch aus mir nicht komplett nachvollziehbaren Gründen reizte mich der Titel trotz seiner eher durchschnittlichen Wertungen, so dass ich letztendlich deutlich früher schwach wurde. Mein Bauchgefühl sollte sich bestätigen … mit “Mad Max” hatte ich über die gesamte Spielzeit erstaunlich viel Spaß, trotz repetitiver Aufgaben und trotz aus allen Ecken zusammen geklauter Gameplayelemente. Es ist wahrlich kein originelles Spiel, doch es rummst, es kracht, ist alles in allem kompetent umgesetzt und hat ein überraschend misanthropisches Finale. Ich behaupte: wäre “Mad Max” letztes Jahr erschienen, wäre es als einer der Überraschungshits des Jahres gehandelt worden.

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LIFE IS STRANGE

Das französische Episodenspiel habe ich relativ lange relativ erfolgreich ignoriert. Dann wurden die lobenden Worte mit jeder neuen Episode jedoch zunehmend lobender und eine Rabattaktion später war ich schließlich doch Besitzer eines Season Pass. Das hätte in die Hose gehen können, denn nach den ersten Spielminuten hätte ich nicht gedacht, dass die Highschool-Mär rund um Hipsterkönigin Max Caufield und ihre Freundin Chloe mir sonderlich zusagen würde. Aber als Max kurz nach Spielstart auf dem Highschoolflur die Kopfhörer ihres MP3-Players aufsetzt und der Umgebungslärm durch einen Song ausgeblendet wird, war ich mit einem Schlag gefesselt. Viel zu selten wird in Computerspielen so offensiv mit Musik gearbeitet. Also blieb ich dran.


recap_lifeEs hat sich gelohnt, denn die Geschichte ist hochemotional und funktioniert trotz hölzerner Mimik und nicht immer perfekter Dialoge. Außerdem es gibt viel Zeitreisequatsch! Zeitreisequatsch geht fast immer. Und als wäre das nicht genug, ist “Life is Strange” dann auch noch eines dieser Spiele, bei dem die eigenen Entscheidungen die Handlung zumindest im Kleinen verändern. Ich habe einfach eine Schwäche für solche aus dem klassischen Adventurespiel weiterentwickelte interaktive Geschichten.

UNTIL DAWN

Und noch eine interaktive Geschichte, allerdings mit einer vollkommen anderen inhaltlichen Ausrichtung (und einem vermutlich zigfach höheren Budget). “Until Dawn” ist ein prominent besetztes Horrorfilm-Medley, bei dem die vom Spieler getroffenen Entscheidungen und Quicktime-Fähigkeiten über das Überleben der einzelnen Figuren entscheiden. “Until Dawn” kann daher je nach Spielweise und Geschick die fatalste (alle Protagonisten sterben) oder die langweiligste (niemand stirbt) Horrorstory aller Zeiten sein.

Sony selbst hat offenbar nicht wirklich damit gerechnet, dass das Spiel ein finanzieller Erfolg sein könnte, die Verkaufszahlen waren dann letzten Endes jedoch unerwartet hoch. Ein klein wenig könnten dieser Erfolg jedoch auch einfach damit zu tun haben, dass „Until Dawn“ dieses Jahr einer der wenigen PS4-TripleA-Exklusivtitel war (und immer noch unterhaltsamer als – beispielsweise – „The Order 1866“).

Last but not least: “Until Dawn” ist ein Spiel, dass man(n) (eventuell) mit seiner Freundin spielen kann, und wird daher mit etwas Glück im Rahmen meiner beliebten einteiligen Artikelreihe noch genauer beleuchtet werden.

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SUPER MARIO MAKER

Youtube liebt den “Super Mario Maker”. Ich mag ihn ebenfalls ganz gerne. Überraschenderweise. Damit hätte ich eigentlich nicht gerechnet. Denn letzten Endes ist “Super Mario Maker” nichts anderes als ein Leveleditor und Leveleditoren habe ich bereits in den “Little Big Planet”-Spielen erfolgreich ignoriert. “Super Mario Maker” ist allerdings ein extrem durchdachter, einfach zu bedienender und irgendwie befriedigender Leveleditor und mittlerweile die Geburtsstätte einiger der irrwitzigsten Mario-Level, die Nintendo niemals veröffentlicht hätte. Für jeden kreativ veranlagten (oder alternativ masochistischen) WiiU-Besitzer mit Sicherheit ein Pflichtkauf.

Andererseits ist fast jeder in diesem Jahr veröffentlichte und halbwegs ordentliche WiiU-Titel ein Pflichtkauf für WiiU-Besitzer … viel gab es da ja nicht.

ASSASSIN’S CREED SYNDICATE

Beinahe wäre es passiert. Beinahe hätte ich mich das diesjährige “Assassin’s Creed” nicht gekauft. Beinahe wäre ich stark geblieben. Dann stand ich plötzlich vor dem “Media Markt” und hielt die verschweißte Hülle und einen Kassenzettel in den Händen … und das einen Tag vor dem offiziellen Erscheinungstermin. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, was direkt davor passiert ist.

Zum Spiel selbst: Es ist ein “Assassin’s Creed”-Spiel und es ist deutlich weniger mit Kleinstkram überladen wie seinerzeit “Unity” (welches mich trotz meiner anfänglichen Begeisterung gegen Ende beinahe genervt hat). Etwas sauer stößt mir allerhöchstens auf, dass die „Penny Dreadful“-Missionen PS4-Spielern vorbehalten bleiben. Solche Exklusiv-Deals sind prinzipiell immer ein wenig eklig, besonders eklig jedoch dann, wenn dadurch eine der unterhaltsamsten Missionsreihen des Spiels nur einem Teil der Spielerschaft zugänglich ist.

Davon abgesehen: Wenn man die Assassinen-Spiele mag, wird man auch “Syndicate” mögen, wenn nicht, wird “Syndicate” daran nichts ändern.

STEAM LINK

Lange Zeit musste sich meine Freundin meine Klagen darüber anhören, dass ich es nicht verstehen kann, weshalb Valve nicht eine Art Chromecast für Steam veröffentlicht. Ich wollte einfach etwas in meinen Fernseher stöpseln können, mit dessen Hilfe ich Spiele auf diesen streamen kann. Und was kam von Valve? Nichts! Es war zum Haare raufen.
Im März 2015 wurde dann allerdings mit Steam Link mit einem Mal ziemlich genau das von mir Gewünschte angekündigt.

Ich war in Zugzwang. Schließlich kann ich nicht monatelang stumm in mich hineinschreiendrecap_steamlink (beziehungsweise alternativ meine Freundin vollnöhlend) nach etwas verlangen und es dann nicht anschaffen. Anfang November erreichte mich dann das Päckchen von Valve aus den Niederlanden.

Das Gute an Steam Link: Es funktioniert. Das weniger Gute: Mit meiner 32.000-Leitung funktioniert das Streamen via WLAN nur so mäßig gut. Mit angeschlossenem Netzwerkkabel läuft das Ganze jedoch reibungslos. Dummerweise bedeutet das im Umkehrschluss natürlich: statt eines langen HDMI-Kabels muss ich jetzt ein langes Netzwerkkabel quer durch den Raum spannen, um am TV Computer zu spielen. Najo.

Immerhin kann ich dank Steam Link nun relativ problemlos meinen DualShock4 – Controller kabellos zum PC-Spielen nutzen. Das ist doch auch etwas.

FALLOUT 4

Fun-Fact: Mit Ausnahme von “Fallout: New Vegas” und “Fallout Tactics” habe ich jeden Teil, der Reihe gespielt, extrem lange gefesselt hat mich bisher jedoch keiner … und das obwohl ich von Teil 1 an ein Fan des Endzeitsettings war. Trotz meiner ernüchternden Erfahrungen habe ich die Veröffentlichung des vierten Teils herbei gesehnt. Wie das kommt? Vielleicht fühlte ich mich mittlerweile als Spieler reifer. Vielleicht hatte ich das Gefühl, dass mich meine Stunden mit (dem ebenfalls von mir unvollendeten) “Skyrim” auf die erschlagende Freiheit von Bethesda-Rollenspielen vorbereitet haben. Vielleicht bin ich aber auch schlicht und ergreifend schnell gehypt.

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Bekanntermaßen kann Hype jedoch auch recht flott zu Enttäuschungen führen. Die Wahrscheinlichkeit, dass mich auch “Fallout 4” letztendlich nicht wirklich packen würde, war daher trotz allem vergleichsweise hoch. Ich könnte jetzt auch viel über das Pro und Contra des Spiels schreiben, aaaaaber … jedes Wort, dass ich hier tippe, verlängert die Zeit, in der ich nicht “Fallout 4” spielen kann. Daher lasse ich das und sage ledigtlich: Is’ gut, das Teil.

Nur eines noch: Die Grafikdiskussion nervte und nervt auch weiterhin gewaltig. Es verwundert mittlerweile vermutlich niemanden mehr, dass sich die Masterrasse hier mal wieder von ihrer unsympathischsten Seite zeigt. Ich verstehe das nicht. Es muss doch auch PC-Spieler geben, die es ebenfalls nervt, dass dieser Haufen lautstarker Nörgler so tut als hätte ein jeder PC-Spieler einen 3000 € – Monsterrechner zu Hause stehen und als wäre alles unter 4K-Auflösung und 60 Frames pro Sekunde eines jeden PC-Spielers unwürdig. Das ist doch Quatsch! Quatsch, sag ich!
Mal ganz davon abgesehen, dass die Grafik von “Fallout 4” zwar sicherlich besser sein könnte, jedoch überhaupt nicht sein muss. Das ist stilistisch nämlich alles äußerst rund. So! Damit ist alles zu diesem Thema gesagt! Und das gerade mal ein paar Wochen nachdem das Internet diese Diskussion schon wieder vergessen hat.

Wo war ich?

JUST CAUSE 3

Zum Abschluss etwas (relativ) Aktuelles und nach “Mad Max” der zweite in diesem Artikel zu seinen Ehren kommende Titel der schwedischen Avalanche Studios.

Ich fasse mich kurz.

All diejenigen, die meinen Artikel über die Freuden virtueller Zerstörung gelesen haben, müssen nur das folgende GIF sehen, um erahnen zu können, wie ich “Just Cause 3” finde:

justcause3_neu
I rest my case … auch wenn “Just Cause 3” – wie bereits “Mad Max” – mit Sicherheit ein minimales Stück davon entfernt ist wirklich perfekt zu sein. Druff geschissen. Das macht Spaß und Rumms.

ALL’S WELL THAT ENDS WELL

Aufgepasst … es folgt das obligatorische abschließende Fazit: In den letzten Wochen und Monaten gab es (zumindest für mich) kaum etwas zu meckern. Ungewöhnlich, aber zugleich symptomatisch für ein verdammt gutes Spielejahr voller riesiger Riesenspiele. Mag die Welt auch (scheinbar) in den Abgrund driften, als Spieler hatte man in diesem Jahr wahrlich nicht all zu viel zu lamentieren.

Welche Lehre sollte man daraus ziehen? Simpel: Vermutlich wäre es das Beste das Leben möglichst vollständig in digitale Welten stattfinden zu lassen. Da hat man mehr Spaß, wenn’s knallt tut es keinem weh und wenn man von jemandem genervt ist, stellt man denjenigen einfach stumm.

Auch der Ausblick auf das Spieljahr 2016 spricht für eine Umsetzung dieses Planes: „Dark Souls 3“, „Zelda WiiU“, „Quantum Break“, „Uncharted 4“, Playstation VR, Oculus Rift, Nintendo NX, „Gears of War 4“, „No Man’s Sky“, etliche Indie-Titel, die ich bisher nicht kenne, die mich nächstes Jahr aber vielleicht faszinieren und vieles mehr … it is a good time to be a gamer.

Da bleibt mir an sich nur noch eines: Ich wünsche allen Lesern dieses Blogs ein angenehmes Silvester und ein glückliches und erfolgreiches 2016.

2 Antworten auf Jahresabschluss-Recap-Medley

  1. Dennis sagt:

    Na das nenn ich doch mal einen knackigen Text!
    Super finde ich deine Einstellung zur Grafik von Fallout 4. Sehe das nämlich genauso…

    Außerdem würde mich interessieren, wie das mit dem Steam Link genau funktioniert. Hatte mir das auch schon überlegt. Kam jedoch auch zur Ansicht, dass ich dann wahrscheinlich – wie du – statt meinem HDMI-Kabel ein Netzwerkkabel legen muss. Da mein PC auch im gleichen Raum steht und ich dadurch auch den Controller kabellos nutzen kann, brauch ich das Teil nicht oder?

    Viele Grüße
    gamer83.de

    • Andreas sagt:

      Ich habe Steam Link jetzt schon eine ganze Weile nicht mehr angeschlossen gehabt und möchte nicht vollkommen ausschließen, dass das drahtlose Streaming mittlerweile noch etwas optimiert wurde (aber eigentlich glaube ich das nicht wirklich), aaaaber solltest du keine wirklich stramme und stabile Leitung haben und solltest du die Distanz zwischen PC und Fernseher ohne größere Probleme mit einem HDMI-Kabel überwinden können, brauchst du Steam Link an sich nicht wirklich. Auch wenn das Gerät im Großen und Ganzen macht, was es soll, fehlt es mir prinzipiell ein wenig schwer dafür eine klare Empfehlung auszusprechen 😀

      Habe mir übrigens bei der Gelegenheit auch mal deine Seite angeschaut und spontan als gut empfunden (und vor allem regelmäßiger aktualisiert 😀 ).

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