Flappy Bird – I just don’t get it

flappy-birdVor einigen Tagen habe ich einen Tweet des Programmierers Dong Nguyen retweetet, in dem er angekündigt hat, dass er sein App-Game „Flappy Bird“ binnen 22 Stunden von den Servern dieser Welt nehmen wird. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Hype, der die Tage und Wochen zuvor um das Spiel gemacht wurde, zwar bereits mitbekommen, habe mir das Spiel allerdings noch nicht näher angeschaut gehabt. Der Tweet triggerte jedoch sofort den Drang das Teil herunterzuladen. „Limitiert! Nur noch für kurze Zeit!“ … da kann ich nicht widerstehen. Eine „Nur noch kurze Zeit vorbestellbar“-Mail von Amazon, war letztes Jahr hauptverantwortlich dafür, dass ich im Besitz einer PS4 bin. Also habe ich mir „Flappy Bird“ auf mein Handy geladen.

Ich habe es gestartet, kurz gespielt, wieder beendet. Deswegen ist das gesamte Internet also aus dem Häuschen? Ich verstehe es nicht.

VOM HELIKOPTER ZUM VOGEL

Warum der ganze Hype? Warum der ganze Aufruhr? Warum werden momentan die App-Stores und das Internet mit Klonen überflutet? Warum findet man auf ebay Smartphones mit vorinstallierten „Flappy Bird“ zu horrenden Preisen? Warum? Man kann beim besten Willen nicht behaupten, dass „Flappy Bird“ eine revolutionär neue Spielidee wäre. Meine Fresse … ich habe „Flappy Bird“ bereits vor … keine Ahnung … 10 Jahren eine Zeit lang gespielt. Damals hieß es allerdings noch „Helicopter Game“:

Click here to play more gamesHelicopter Game
 

Okay … die Spielmechanik wurde ein wenig angepasst, die „Flappy Bird“-Hindernisse sehen aus wie frisch aus „Super Mario Bros.“ entsprungen, sind auch anders angeordnet wie noch beim „Helicopter Game“ und der Helikopter selbst wurde durch ein knuffiges, vogelartiges Ding ersetzt, aber davon abgesehen … zu großen Teilen identisch. Beide Spiele können natürlich Spaß machen, aber was soll die ganze Aufregung? Bekanntermaßen gab es wohl auch tatsächlich Plagiats-Vorwürfe, diese kamen jedoch offenbar eher aus Richtung des Nintendo-Lagers. „Super Mario Bros.“-Copyrights sollen verletzt worden sein. Abgesehen von den Röhren haben beide Spiele jedoch keinerlei Gemeinsamkeiten. Verwirrend …

Im Endeffekt tritt „Flappy Bird“ wohl einfach den Beweis an, dass folgende Theorie, die basierend auf einer Studie in diesem cracked.com-Artikel zum Thema „Angry Birds“ aufgestellt wurde, tatsächlich zutrifft:

Apparently it’s just a matter of taking an obscure game, slapping animal faces on all the objects and boom, instant hit. – Ridley Davis (cracked.com)

Vielleicht sollte ich damit beginnen, diesen Blog mit süßen Comic-Tieren zuzupflastern. Hmm …

… UND PLÖTZLICH WIRD ES ZUVIEL

Ernsthaft … ich verstehe es nicht. Wieso ist gerade dieses Spiel so ein enormer Hit geworden? Die gleiche Frage wird sich wohl auch der Entwickler Dong Nguyen momentan stellen. Als er im April letzten Jahres eine erste Version des Spieles unter dem Titel „Flap Flap“ zur Veröffentlichung für iOS eingereicht hat, hat er mit Sicherheit nicht geahnt, auf welch drastische Art und Weise dieses Spiel sein Leben ändern würde.

flappy-bird2

„I cannot take this anymore“, schrieb er in dem Tweet, der das Ende des fliegerisch herausgeforderten Vogels einläutet. Das klingt dramatisch, könnte allerdings auch nur ein PR-Stunt gewesen sein, um „Nur noch für kurze Zeit“-Opfer wie mich ins Boot zu holen. Das hat in mindestens einem Fall ja auch gut funktioniert.

Es macht jedoch den Anschein, dass dem nicht so war. Mit Sicherheit werden Dong Nguyen die angeblich 50.000 $ pro Tag, die das Spiel ihm durch Werbeeinnahmen beschert haben soll, zunächst erfreut haben. Doch Erfolg bringt auch Neid und Hass mit sich. Plötzlich bekam er nicht nur vereinzelte Tweets von begeisterten Fans, nein … es mehrten sich auch die Nachrichten von Leuten, die ihn und sein Spiel grundlos verabscheuten. Er würde Leben runieren, hieß es, weil sein Spiel so verflucht suchterzeugend sei. Das kann man ignorieren. Wenn man jedoch eine sensible Seele ist, die plötzlich zu ungewollten Ruhm gekommen ist, dann trifft einen das unvorbereitet. Für Dong Nguyen war es definitiv zu viel. Er zog die Reißleine.

Und so endet sie … die seltsame Geschichte vom flatternden kleinen Vogel, und ich verstehe sie nicht. Aber sollte ich sie eines Tages doch verstehen … dann habe ich vermutlich auch das Internet endgültig verstanden.

 

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Nachklapp (13.02): Sollte man nicht auf seine tägliche Dosis „Flappy Bird“ verzichten können, gibt es mittlerweile – wie bereits erwähnt – zahlreiche Klone. Einen davon möchte ich dann auch tatsächlich verlinken, denn der ist von einem Bekannten von mir hastig und mit … ähm … (wie ich sicher bin) extrem viel Liebe zusammengeschustert worden. Das Beste: Im Gegensatz zum „Helicopter Game“ kann man das Teil sowohl im Desktop- wie auch in jedem Handybrowser spielen, da HTML 5. Und der Schwierigkeitsgrad ist niedriger!

Hier der Link: don’t touch my clapper.

Whatever.

 

2 Antworten auf Flappy Bird – I just don’t get it

  1. Oxx sagt:

    Keine SOrge, ich habe es auch nicht kapiert. Das umfasst aber auch Titel wie Plants vs. Zombies oder Angry Birds. Alles Trends die mich total kalt lassen. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu abgeklärt, wenn es um Videospiele geht. 😉

  2. Andreas sagt:

    „Plants vs. Zombies“ und „Angry Birds“ sind tatsächlich vergleichbare Beispiele. Beides Spielkonzepte, die es auch zuvor schon gab – gerne für umme als kleine Flashspiele – und plötzlich niedlifiziert durch die Decke gehen. Wobei sowohl „Plants vs. Zombies“ wie auch „Angry Birds“ prinzipiell durchaus spaßig sein können, „Flappy Bird“ hingegen in erster Linie frustrierend ist 😀

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