My Legend of Zelda (3) – A Link to the Past

a link to the past introFolgt mir in die frühen 1990er Jahre … in eine Zeit ohne Internet und ohne Youtube, als Tele 5 noch der „Bim Bam Bino“-Sender war und Sat 1 noch schmierige kleine Softsexfilmchen im Nachtprogramm gezeigt hat. Gute Zeiten. Weihnachten ist nahe. Im Fernsehen läuft die beste Fernsehserie aller Zeiten: „Saber Rider and the Star Sheriffs“. Gebannt verfolgst du den Kampf der tapferen Star Sheriffs gegen die fiesen Schergen des Oberbösewichts Nemesis. Der Einsatz des stolzen Riesenroboters Ramrod steht kurz bevor – du reibst dir bereits freudig die schwitzigen Hände – als die Handlung jäh durch Werbung unterbrochen wird. „Na gut“, denkst du dir, „dann hole ich mir eben schnell eine Lila Pause“. Doch auf dem Weg zum Kühlschrank hältst du mit einem Mal jäh inne, als folgendes – untermalt von einem fetzigen Rhythmus – aus dem Fernsehgerät schallt:

„Super Nintendos neuester Hit heißt Zelda und der reißt mächtig mit. Abenteuer, Action, schwarze Magie, Drachen und Monster und Fantasy. Tauch ein in diese Zauberwelt und kämpf wie Link der Superheld. Rette die Prinzessin aus teuflischen Klauen, dafür müsst ihr dem Drachen die Rübe abhauen. Doch kaum denkst du, du bist am Ziel, macht ein Grusel-Reptil (?) dich wieder mobil. Also zeig was du kannst, steh deinen Mann. Denn Zelda turnt dich tierisch an!“

Und wie sie das tut!

To the Moon – Emotionen in 16 Bit

to the moonDer 24 Jahre alte Kan „Reives“ Gao hatte nie vor, mit Spielen seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Er hatte andere Pläne, Spieleentwicklung war nur ein Hobby. Er hätte genauso gut Kurzgeschichten schreiben, traurige Songs komponieren oder Filme drehen können, doch er mochte Videospiele. Also wählte er diese als Medium, um seine Geschichten zu erzählen. Er bastelte kleine Spiele, um sich der Welt mitzuteilen …auf die Gefahr hin, dass die Welt vielleicht nicht zuhörte.
Nein … Kan Gao hatte nie die Absicht in der Spielebranche Fuss zu fassen. Doch all dies änderte sich schlagartig, als die Welt mit einem Mal die Ohren spitzte, um ihm zu lauschen, und er mit einem kleinen Spiel namens „To the Moon“ bewies, dass grob aufgelöste Pixel auch heute noch zu Tränen rühren können.

My Legend of Zelda (2) – Zelda II – The Adventure of Link

zelda iiMit „The Legend of Zelda“ war Shigeru Myamoto nach „Super Mario Bros.“ ein weiterer Geniestreich gelungen. Dem Volk dürstete nach einer Fortsetzung und Nintendo war gewillt dem Ruf der Masse Folge zu leisten. 1987 (beziehungsweise 1988 in den USA und Europa) war es dann soweit: „Zelda II – The Adventure of Link“ landete in den Regalen der Videospielfachmärkte. In den frühen 1990-ern stand dann wiederum Klein-Andreas in einem solchen Geschäft und bewunderte mit freudig glänzenden Augen die prachtvolle Verpackung des Spiels. Er nahm sein harterspartes Geld, trug die goldene Schachtel zur Kasse und bezahlte … in der Hoffnung ein Spiel zu erstehen, das so toll ist wie sein Vorgänger. Ganz besonders super wäre es natürlich, wenn er dieses Mal in keine Sackgasse rennen würde und das Abenteuer zu Ende bringen könnte. Ja … das wäre fein. Klein-Andreas sollte eine Enttäuschung erleben.

Dungeon Keeper – Ruhe in Frieden, alter Freund

dungeon keeper 1Wir schreiben das Jahr 1997. Der Sommer der Liebe. Bullfrog war bereits von Electronic Arts gefressen, aber noch nicht wieder ausgekotet worden und Peter Molyneux war nicht nur für große Versprechen, sondern auch für große Spiele bekannt. Das letzte Spiel an dem er unter dem Banner des Ochsenfrosches gearbeitet hat, war „Dungeon Keeper“.
Im Juli des gleichen Jahres blätterte sich mein jüngeres und faltenfreieres Ich durch die PC Games und verschlang freudig geifernd den „Dungeon Keeper“-Testbericht. Strategiespiele waren an sich nicht mein Ding … aber das klang super: man spielt das Böse, baut einen Dungeon voller fieser Fallen auf, züchtigt seine Imps und tötet Helden. Das war lustig und ein bisschen unmoralisch (einige Jahre später sollte ich dann auch verstehen, warum „Horny“ so ein lustiger Spitzname für das ikonische Obermonster der Reihe war). Aber war es auch super? Dumme Frage … aber hallo war das super. „Dungeon Keeper“ war eines der Spiele, bei dem man während des Spielens bereits gemerkt hat: „Das hier … das wird eines Tages ein Klassiker sein.“

My Legend of Zelda (1) – The Legend of Zelda

zelda_1Eine kleine Warnung voraus: Der folgende Text besteht zu großen Teilen aus subjektiven Erinnerungen. Ich gebe keine Garantie auf hunderprozentige Korrektheit dieser Erinnerungen. Ich bin ein greiser, alter Mann.

Als „The Legend of Zelda“ 1987 in Amerika erschien, befürchtete Minoru Arakawa, der damalige Präsident von Nintendo of America, dass das Spiel für das amerikanische Publikum zu komplex sei. Im Gegensatz zu den meisten Spielen, die in den späten 1980ern im Westen erschienen, nahm „The Legend of Zelda“ vergleichsweise langsam Fahrt auf und war nicht sonderlich selbsterklärend. Bei „Super Mario Bros.“ war die Sache eindeutiger: man kann laufen, man kann springen, der Bildschirm scrollt nur nach rechts … BINGO BONGO!
Bei „Zelda“ mit seiner offenen Spielwelt, in die man zunächst auch noch unbewaffnet hineingeworfen wird, sah die Sache wiederum anders aus. Wie sollten die dummen Langnasen das nur verstehen? Aus diesem Grund wurde dem Spiel eine ausführliche und wunderschön gestaltete Anleitung und eine Karte von Hyrule beigepackt. Genau diese Karte packte ich im Jahr 1991 mit glänzenden Augen aus der goldenen Verpackung.